Schüler schreiben Till-Eulenspiegel-Geschichten

504

Schüler schreiben Till-Eulenspiegel-Geschichten

Wir hatten im Rahmen der Auseinandersetzung mit Texten (Schwank) die Figur Till Eulenspiegel kennen gelernt. In diesem Zusammenhang schrieben wir nach Vorgabe eine typische Eulenspiegel-Geschichte, wie dieses unser Lehrbuch vorschlug.

Hier nun drei Schülerergebnisse aus meiner Klasse 5a.

Beate Rudnick

 

Der Betrügerjunge

Einmal auf seiner Wanderschaft kam Eulenspiegel in die Stadt Hamburg. Weil er kein Geld mehr besaß, suchte er sich eine Arbeit als Schuster. Eines Tages sagte der Meister zu ihm: „ Geh zu dem Sekretär des Bürgermeisters und hole das Geld ab, dass mir der Bürgermeister für die Schuhe schuldet! Und wenn er nicht bezahlen will, dann hau auf die Pauke und heiße ihm tüchtig ein, dann wird er es dir schon geben! Aber wehe du kommst ohne Knete wieder!“

Da machte sich Eulenspiegel auf zum Sekretär und ließ sich das Geld geben. Als er zu seinem Meister zurückkam hatte er kein Geld, sondern richtige Knete dabei. Der Meister schrie: „ Du solltest Geld mitbringen und keine richtige Knete!“  Er wollte ihn daraufhin mit dem Besen schlagen, aber Eulenspiegel war schneller und kam heil davon.

 

Der Geldeintreiber

Auf seiner Wanderschaft kam Eulenspiegel in die Stadt Mölln. Weil er kein Geld mehr besaß, suchte er sich eine Arbeit als Schuster. Eines Tages sagte der Meister zu ihm: „Geh zum Rathaus und hole das Geld ab, dass mir der Bürgermeister für die neuen Schuhe schuldet! Wenn er nicht bezahlen will, dann haue auf die Pauke und heize ihm tüchtig ein. Dann wird er es dir schon geben. Aber wehe, du kommst ohne Knete wieder!“

Da machte Eulenspiegel sich auf zum Rathaus und wollte beim Bürgermeister vorsprechen. Am Eingang standen zwei Wachen mit blau-weißer Rüstung und mit Speeren in den Händen und versperrten ihm den Weg.

„Halt!“ riefen die Wachen. „Was willst du hier?“ Eulenspiegel antwortete: „Ich will zum Bürgermeister. Er schuldet meinem Meister Geld für die neuen Schuhe.“ Die Wachen nahmen die Speere zur Seite und ließen ihn durch.

Als er vor dem Bürgermeister stand, sagte Eulenspiegel: „Mein Meister, der Schuster, schickt mich, um das Geld für deine neuen Schuhe abzuholen, was du ihm schuldest.“

Der Bürgermeister lachte und erwiderte: „Die neuen Schuhe drücken mich am Fuße und dein Meister bekommt das Geld deshalb nicht!“

Da erinnerte sich Eulenspiegel an die Worte des Meisters.

Er nahm eine Pauke und donnerte laut auf ihr herum. Dann nahm er ein Stück brennendes Holz aus dem Marmorkamin im Zimmer des Bürgermeisters und steckte, um dem Bürgermeister einzuheizen, die Vorhänge in Brand.

Der Bürgermeister schrie um Hilfe. Plötzlich kamen die Wachen hereingestürmt. Sie griffen nach Eulenspiegel und warfen ihn aus dem Rathaus. Als er sich herum drehte, brannte schon das Dach.

Er rannte davon und zum nächsten Markt. Dort kaufte er Knete um den Wunsch seines Meisters zu erfüllen.

Als er zu seinem Meister zurückkam, legte er den Säckchen mit der Knete vor den Meister. Der Meister stand entsetzt vor Eulenspiegel und fragte, wo das Geld sei.

Da erzählte Eulenspiegel ihm die ganze Geschichte.

Noch eine ganze Weile schaute der Meister Eulenspiegel entgeistert an und fing langsam an laut zu lachen. Mit Tränen in den Augen klopfte er Eulenspiegel auf die Schulter und sagte: „Gut gemacht!“

 

Wie Eulenspiegel den Bürgermeister einheizt

Eines Tages kam Eulenspiegel nach Prag, weil er kein Geld mehr hatte. Er suchte sich eine Arbeit als Schuster.

Sein Meister sagte zu ihm: „Geh zu dem Rathaus und hole das Geld ab, das er mir für die neuen Schuhe schuldet. Wenn er nicht zahlen will, dann hau auf die Pauke und heize ihm tüchtig ein. Dann wird er es dir schon geben. Aber wehe, du kommst ohne Knete wieder!“

Da machte sich Eulenspiegel auf zu dem Rathaus und fand zwar nicht den Bürgermeister, aber viele Musiker, die für ein Konzert im Rathaussaal probten.

Es war fürchterlich kalt, so beschloss er, den Rathausofen zu heizen und sich die Zeit zu vertreiben, indem er mit den Musiker spielte. Er haute kräftig auf die Pauke. Er hatte viel Spaß.

Bis zum Nachmittag erschien der Bürgermeister nicht im Rathaus. Er ging zum Bäcker und besorgte Wasser, Salz, Öl und Mehl.

Als er zu seinem Meister zurückkam sagte er zu ihm: „Ich habe alles getan was du mir gesagt hast und wenn du diese Zutaten zusammen mischst, hast du auch deine Knete!“