
Besuch aus Ghana
Ein Bericht der Klasse 3c
Es fing an mit der Mini-WM. Die findet nämlich alle 4 Jahre in der Schule statt.
Jede Klasse vertritt dabei ein Land.
Unsere Klassensprecher zogen Ghana.
Ole hat eine Flagge genäht und sein Vater hat gesagt, dass er einen Mann kennt, der aus Ghana kommt und Daniel Okine heißt.
Den haben wir eingeladen, damit er uns etwas über sein Land erzählt. Da er nicht so gut Deutsch kann, hat er mit uns Englisch gesprochen.
Die Mutter von Marc ist als Übersetzerin gekommen.
Und das war unser Vormittag:
Zuerst lernten wir die Zahlen 1 bis 10 in Ewe, das ist ein Dialekt in Ghana.
Wir haben sie rhythmisch gesprochen und immer wiederholt. Dann auch gesungen.
Das hat gut geklappt, doch leider haben wir sie wieder vergessen.
Dann erzählte er:
Ein Schulkind hat es sehr schwer, wenn es in Ghana lebt.
Es muss sehr früh aufstehen, um im Haushalt zu helfen, es muss Wasser aus einem entfernten Brunnen holen und draußen den Weg fegen, denn wenn eine Frucht vom Baum fällt, wächst sehr schnell ein neuer Baum in der fruchtbaren Erde.
Sie haben auch keine Zäune um ihre Häuser.
Manche Kinder können nicht zur Schule gehen, weil die Schule sehr viel Geld kostet. Wenn die Eltern vier oder fünf Kinder haben und wenig Geld, kann nur ein Kind zur Schule gehen und unterrichtet später die Kleineren.
Manche laufen eine Stunde zur Schule, weil es in manchen Dörfern keine Busse oder Autos gibt.
Wenn es in der Schule ist, wird die Nationalhymne gesungen. Und andere Sachen. Dann marschieren sie in die Klassen.
Sie lernen mit dem Kopf, indem sie sich an Lieder oder einen Rhythmus erinnern. Sie haben genauso lange Unterricht wie wir. Wenn sie nach Hause gehen, holen sie für morgen Wasser zum Waschen, damit sie nicht so früh aufstehen müssen.
Als nächstes hat er uns drei kurze Filme gezeigt.
1. Batik
Batik ist die Art, in der die Kleidung in Ghana gefärbt wird.
Es gibt Batik in verschiedenen Farben, egal ob rot, grün, gelb oder blau. Jedes Stück ist besonders.
Erst stempelt man mit heißem Wachs Muster auf den weißen Stoff. Dann taucht man den Stoff in einen Eimer mit Farbe und lässt die Farbe einziehen. Keine Farbe darf aus den großen Töpfen verschüttet werden, denn die Farbe ist sehr wertvoll.
Alle in der Familie arbeiten beim Färben mit.
In Ghana verkauft man dann die Batikstoffe.
Zum Schluss hat Herr Okine uns Kleidung mitgebracht, die wir sogar anprobieren durften.
2. Herstellung und Bedeutung von Ketten
Der zweite Film zeigte einen Markt, auf dem Ketten hergestellt und verkauft wurden.
Sie haben unterschiedliche Bedeutungen:
Die weißen Ketten bedeuten, dass man Teenager geworden ist.
Die Farbe für Glück ist blau und weiß.
Es gibt aber auch viele andere Ketten, wie zum Beispiel die gelben. Sie sind für Kinder.
Herr Okine hat Ketten aus Ghana mitgebracht. Wir konnten sie sogar anfassen.
Herr Okine hat uns auch erzählt, dass Perlen, aus denen die Ketten hergestellt werden, ausschließlich aus alten Glasflaschen und Tassen hergestellt werden.
Diese werden zu kleinen Kugeln geformt und auf Baumwollfäden aufgefädelt.
So sind alle Materialien wiederverwertete oder Naturprodukte.
3. So werden Trommeln hergestellt
Als erstes nimmt man eine Machete und fällt einen Baum. Danach hackt man den Baum in Stücke. Als nächstes höhlt man jedes Stück aus.
Dann schnitzt man die Stücke in die richtige Form. Anschließend schnitzt man kleine spitze Stöcke und schnitzt in die Trommel kleine Löcher, wo die kleinen Stöcker hineinkommen.
Die kleinen Stöcker sind dazu da, dass die Lederhaut, die man über die Öffnung der Trommel legt, gespannt werden kann, um die Töne zu verstellen.
Zum Schluss werden Muster in die Trommel geschnitzt.
Nach den Filmen sind wir zurück in die Klasse gegangen, wo Herr Okine uns verschiedene Trommeln vorgeführt hat.
Dann hat er mit jedem von uns eine Trommel gespielt.
Anschließend haben wir ,,Kump adene ! Kump adene“ gesungen.
Danach haben wir,,Rrr…wirklich Spaß“ geschrien.
Lahja hat uns ein Lied aufgenommen und dazu haben wir mit Herr Okine wild getanzt.
Ganz zum Schluss erzählt Herr Okine eine Geschichte aus Ghana:
Der Falke
Vor langer, langer Zeit, da lebten alle Tiere zusammen. Alle außer der Spinne, denn alle hassten sie.
Eines Tages kam aber der Falke, um die Küken der Henne zu stehlen. Sie hatte ein Problem, denn sie und die anderen Tiere wussten nicht, wie sie die Küken retten sollten.
Sie beschlossen zur Spinne zu gehen. Erst waren einige dagegen, aber schließlich gaben sie nach.
Als sie angekommen waren, hörte sie sich die Geschichte erst einmal an. Schließlich fragte sie: „Werde ich König, wenn ich euch helfe?“ „Ja“, antwortete die Henne.
Die Spinne empfahl: „Baut ein Netz, ein Nest und ein Holzküken. Morgen versteckt ihr euch im Nest und stellt das Holzküken auf den Boden. Wenn er kommt, dann fesseln wir ihn mit dem Netz.“
Am nächsten Tag war alles vorbereitet.
Es begann:
Der Falke tanzte am Himmel und sah nach unten. Da sah er das Holzküken. Er stürzte nach unten. Gerade als er das Holzküken packen wollte schlang sich ein Netz um ihn.
Dann kletterten die Tiere aus dem Nest. Als letzte kletterte die Spinne heraus. Sie trug eine Krone auf dem Kopf.
Sie fragte die Henne: „Was sollen wir mit ihm machen? Sollen wir ihn töten?“ „Nein, nicht töten!“ „Warum nicht?“ „Weil es dann keinen Falken gibt, der erzählt, wie gutmütig wir sind.“







