Mary-Poppins Grundschule – eine Schule mit Seele
Liest man in unserem Schulprogramm, so wird schnell deutlich, welches Menschenbild wir bei der Diskussion um unser Schulprofil vor Augen haben: Wir wollen unsere Schüler und Schülerinnen „Fit für ihr zukünftiges Leben“ machen. Dabei geht es nicht nur um Wissensvermittlung, auch wenn empirischquantifizierende Untersuchungen wie PISA oder Vergleichsarbeiten den Eindruck erwecken, man könne den schulischen Alltag vermessen und eine Effektivitätssteigerung verbessern, vielmehr ist die „seelische“ Komponente meines Erachtens mindestens ebenso wichtig
Die Frage ist doch, inwieweit das schulische Geschehen von einem Mindestmaß an seelischem Gleichgewicht aller beteiligten Personen abhängig ist. Lässt sich eine „gute Schule“ vorstellen, in der wesentliche existenzielle Probleme unentdeckt, unausgesprochen oder gar systematisch ausgeblendet werden? Ein so reduziertes Verständnis von Schule auf das reine Unterrichtsgeschehen verkennt die Bedeutung, die diese „seelische“ Komponente nicht zuletzt für die Gestaltung des Unterrichtsgeschehens selbst hat. Schulleben in diesem umfassenden Sinn, in dem die Einzelnen ebenso wie die sozialen Strukturen reflektiert werden, erscheint mir mehr denn je die Grundvoraussetzung zum Gelingen des Unterrichtens.
So gibt es an unserer Schule vielfältige Möglichkeiten, die diese seelischen Komponenten berücksichtigen – übrigens nicht nur für unsere Lernenden – sondern auch für Lehrende und Eltern. Gerade in der Grundschule ist die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer die bzw. der erste Ansprechpartner für die Kinder und entsprechend deren Eltern. In vielen Klassen gibt es Briefkästen, Klassentagebücher, Stuhlkreise oder Klassenratssitzungen, in denen die Kinder ihre Sorgen oder Bedürfnisse einbringen können. Auch die Konfliktlotsen stehen für vertrauliche Gespräche zur Verfügung und konnten schon so manchem Kind helfen. Bei den regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen der Klassensprecher können alle Probleme und Wünsche der Klassen gemeinsam besprochen und nach Lösungen gesucht werden.
Ein wichtiger Anlaufpunkt in unserer Schule ist auch unsere Sekretärin, Frau Zabel, die mit viel Geduld und Einfühlung auf die unterschiedlichen Bedürfnisse nicht nur der Kinder eingeht. Für die Eltern stehen allein schon nach dem Schulgesetz verschiedene Gremien zur Verfügung, in denen alle schulinternen Dinge besprochen werden können. Die Elternseminare bieten Raum zum Austausch. Auf unseren Schulfesten und Veranstaltungen können Eltern und Lehrer locker ins Gespräch kommen oder aber auch gezielten Termin mit einem Lehrer vereinbaren, um persönliche, das eigene Kind betreffende Dinge zu besprechen.Im Kollegium, mit der Schulleitung und dem Erzieherteam gibt es ebenfalls regen Austausch und immer wieder ein offenes Ohr untereinander, damit auch hier die Seele wieder ins Gleichgewicht kommen kann.
Unsere Schule bietet viele Möglichkeiten, damit es zu einem guten Maß an seelischem Gleichgewicht aller Beteiligten kommen kann. Engagement, Offenheit und ein bisschen Vertrauen ist jedoch von jedem Einzelnen gefragt, damit „der Seele Flügel wachsen können“.