Projekttage der Mary-Poppins-Grundschule im Februar 2015.

Ungehindert. Sportlich.* - der "paralympische Tag"

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Das Redaktionsteam des Pralympischen Tages 2015 der Mary-Poppins Grundschule

Ungehindert. Sportlich.*

Die Projekttage der Mary-Poppins-Grundschule, am 12. und 13. Februar 2015, standen in diesem Schuljahr unter dem Motto „Paralympische Tage“.

Neben dem inklusiven Hauptgedanken bildeten insbesondere das aktive Mitmachen und Sichhineinversetzen in besondere Situationen den Leitgedanken dieser beiden Tage.

Das Schule nicht zwangläufig „im Klassenraum sitzen und nach vorne schauen“ heißt, ist den Schülerinnen und Schülern der Mary-Poppins-Grundschule aus ihrem Schulalltag bereits bekannt und so verwundert auch das große Engagement der Kinder an den beiden Tagen nicht.

Alle, die Kinder, die Sportlerinnen und Sportler, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung und das Lehrerkollegium der Schule waren zwei Tage lang in Bewegung.

Bei den meisten der im Vorfeld von Schulleitung, Deutschem Behindertensportverband und Kollegium geplanten Aktionen, standen das Eintauchen in eine unbekannte Erlebniswelt und die Selbstwahrnehmung im Mittelpunkt. Darüber hinaus bestand jeder Zeit die Möglichkeit sich mit behinderten Menschen auszutauschen. Weniger die Behinderungen als vielmehr der Sport an sich, Techniken und Taktik waren Thema der jeweiligen Station. Im Rollstuhl sitzend, körperbetont Basketball zu spielen, ohne sehen zu können einen Fußball über die Torlinie zu schießen oder „einfach nur“ die Herausforderung anzunehmen mit einem Alltagsrollstuhl eine flache Stufe zu überwinden, stellen nur drei der vielen Angebote dar, die die Kindern nutzen konnten.

Das intensive Miteinander und der Spaß der beide Tage dominierte und die positive Resonanz lassen erwarten, dass dieses Pilotprojekt den Auftakt für nachfolgende Aktivitäten der Mary-Poppins-Grundschule in Zusammenarbeit mit dem Berliner Behindertensportverband e.V. darstellt.

*Ungehindert. Sportlich – Slogan des Berliner Behindertensportverband e.V

Behinderten-Sportverband Berlinn e.V.

Im Folgenden stellen wir hier eine Auswahl der Stationen (und Interviewpartner) vor, die den Kindern bei den „Paralympischen Tagen“ geboten wurden. Die Texte sind von den Kindern des Redaktionsteam erarbeitet worden. Auch die Interviews wurden von den Kindern geführt. Unterstützt wurden sie dabei von Herrn Mohr.

Das Redaktionsteam des Pralympischen Tages 2015 der Mary-Poppins Grundschule
Unser Redaktionsteam: (v.l.n.r.) Luisa, Lucie, Merle, Ronja, Jonas, Oskar, Jasper und Renée.

 

1. Goalball

Beim Goalball treten zwei Mannschaften mit je 3 Spielern gegen einander an. Es wird auf einem 18 m langen und 9 m breiten Feld mit 2 Toren gespielt. Die Tore sind relativ flach (9m), dafür aber sehr breit (1,30m). Im Vergleich dazu ist ein Fußballtor nur 7,32m breit, aber 2,44 hoch. Ein Spiel beim Goalball dauert 2 mal 12 Minuten. Das Ziel des Spiels ist es einen 1.250g schweren Ball, der im Innern Klingeln hat, damit man ihn hören kann, in das gegnerische Tor zu befördern.

Die Kinder hatten sehr viel Spaß und stellten sich mit Begeisterung der Herausforderung. Es fielen sogar Tore.

AUTOR

 

2. Langstreckenrollstühle

Diese Langstreckenrollstühle sind dazu da um Marathons zu fahren. Sportler mit Behinderungen die z.B. ein Bein verloren oder eine Querschnittslähmung haben und im Rollstuhl sitzen, benutzen diese Langstreckenrollstühle.

Diese Sportgeräte haben sehr starre Lenkungen und sie sind ausgesprochen leicht gebaut. Sportler mit solch einer Behinderung sind auf diese Geräte angewiesen, weil sie mit einem normalen Rollstuhl keine Marathonstrecken zurücklegen könnten.

Nur mit viel Training, mit dessen Hilfe vor allem die Armmuskulatur aufgebaut wird, ist es den Sportlern möglich solche langen Strecken wie einen Marathon durchzuhalten, immerhin 42,195 km.

Bei den Paralympischen Tagen hatten Schülerinnen und Schüler unserer Schule die Möglichkeit die Rollstühle auf einem Teststand auszuprobieren. Die 2 Minuten Testfahrt in der ungewohnten Position und der starken Belastung der Arme „hat ganz schön geschlaucht“.

LMK

 

3. Blindenführung

Bei der Blindenführung geht es darum im Team von zwei Leuten einen Parcours zu beschreiten. Das Team besteht aus einem Blinden, oder einer Person, der die Augen verbunden wurden und einem Führer. Der Führer muss versuchen den Blinden durch den Parcours zu lotsen.

Dies geschieht per Stimme oder durch das Ziehen an einem Tuch dessen Enden vom Blinden und auf der einen und vom Blindenführer auf der anderen Seite gehalten wird. Bei dieser Übung sollte den Kindern das Gefühl vermittelt werden, wie es sich anfühlt, wenn man sich, ohne sehen zu können, auf eine Person verlassen muss.

Ähnlich geht es blinden Athletinnen und Athleten, die nur mit Hilfe einer Führungsperson ihren Sport ausüben können, wie 100m Lauf, Mittel- oder Langstrecke.

Die Herausforderung liegt häufig darin, Personen zu finden, die so leistungsstark sind, dass sie mit den blinden Sportlerinnen und Sportlern mithalten können.

Lucie, Jasper & Jonas

 

4. Rollstuhlbasketball

Pralympischer Tag 2015 der Mary-Poppins Grundschule, Rollstuhl-Basketball
Mit Spannung verfolgten die Zuschauer die Rollstuhlbasketballversuche ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.

Die 6. Klassen hatten die Möglichkeit sich im Rollstuhlbasketball auszuprobieren. Der Trainer Karsten Lucas, der an einer Behindertenschule in Berlin arbeitet, stand ihnen mit Rat und tat zur Seite und gab ihnen einen Einblick in diese Sportart, die übrigens auch Nichtbehinderte spielen. Seit 24 Jahren ist er als Folge eines Unfalls auf den Rollstuhl angewiesen.

Herr Lucas brachte der 6. Klasse bei, wie man zum Beispiel um Hindernisse fährt, bremst, schnell fährt und auf dem Punkt wendet. Auch ein Wettrennen, Rollstuhlfahrer gegen Fußgänger war Teil der Übungsstunde.

Um pünktlich in der Sporthalle zu sein, stand er an diesem Tag schon um 4:30 Uhr auf, denn als Rollstuhlfahrer muss er bei vielen Dingen des Alltags immer etwas mehr Zeit einplanen. Wie zum Beispiel beim Einkaufen. Häufig findet er keinen freien Behindertenparkplatz, weil andere Leute sie unbefugt nutzen, das ärgert ihn immer sehr.

Sein größter Erfolg war, dass er ein Jahr bei der ersten Bundesliga im Rollstuhlbasketball teilnehmen durfte. Sein nächstes Ziel ist es, sein Wissen an Jüngere weiterzugeben. Seine Tipps sind: „Nicht zu sehr auf die Leistungen anderer zu gucken, sondern das Beste zu geben und dabei immer fair zu bleiben!“

Früher als Herr Lucas noch in der Schule war, war sein Lieblingssport Fußball, aber da saß er noch nicht im Rollstuhl.

Merle

 

5. Sitzvolleyball

Pralympischer Tag 2015 der Mary-Poppins Grundschule, Interview mit Andreas "Zecke" Neuendorf
Interview mit Andreas „Zecke“ Neuendorf von Hertha BSC

Vor dem eigentlichen Spiel stand das Training. Angeleitet wurden Kinder und Erwachsene von Diana Trapp und XXXXXXX.

Den Gästen der Schule: Mario Czaja (Senator für Gesundheit und Soziales), Herrn Obst (Schulrat in Spandau), einer Herta BSC Delegation u.a. mit Andreas Rainer „Zecke“ Neuendorf und Levan Kobiashvili und Fr. Weber wurden Rutsch- und Bewegungstechniken gezeigt.

Währenddessen haben im hinteren Teil der Sporthalle die Kinder der Klasse 4a im Kreis gesessen und sich einen Ball zugespielt. Auch Maskottchen „Herthinho“ von Hertha BSC spielte mit. Celine und Jette, beide Schülerinnen der 4. Klasse sagten, sie hätten sich nicht vorstellen können, dass Sitzvolleyball anstrengender ist als wie gewohnt im Stehen zu spielen. Ihnen und ihren Mitschülerinnen und Mitschülern hat das gemeinsame kurze Training und das anschließende Spiel sehr viel Spaß gemacht.

Am Rand des Spielfelds hatten unsere Reporter die Möglichkeit Interviews zu führen.
Zuerst mit dem Berliner Senator für Gesundheit und Soziales, Mario Czaja.
Was machen sie genau für Kinder mit Handicap? – Wir setzen uns für Vieles ein, z.B. dafür Barrieren in der Stadt abzubauen. 

Sind sie zufrieden mit ihrer Arbeit? – Ja, weil wir was für alle beitragen. 

Welche Ziele haben sie sich für ihr Leben gesetzt? – Das Zusammenleben in Berlin ein bisschen besser zu machen. 

Was denken sie, wie man mit Kindern mit Handicap umgehen sollte? – Man sollte die Kinder ganz normal behandeln und auf ihre Stärken gucken.

 

Das zweite Interview führten unsere Reporter mit Andreas Rainer „Zecke“ Neuendorf.

Setzen sie sich im Rahmen ihrer Jugendarbeit bei Hertha BSC auch für die Integration von Kindern mit Handicap ein? – Ja, wir begleiten auch viele Veranstaltungen und machen eine ganze Menge mit. 

Wie könnten Kinder mit Handicap besser im Sportunterricht integriert werden? – Man muss die Kinder nehmen wie sie sind und die Behinderung gar nicht wahrnehmen. 

Wie hat ihre Karriere begonnen? – Ich bin mit vier Jahren einem Verein beigetreten. Mit 18 Jahren bin ich dann Profi bei Bayer 04 Leverkusen, später bei Hertha BSC gewesen. 

Was war ihr Berufswunsch als Kind? – Fußballer!

Welche Fragen haben wir vergessen zu stellen? – Wie ich es geschafft habe so gut auszusehen und warum ich alles so gut kann? 🙂

 

Danach spielten ein paar der Kinder und Erwachsenen in zwei Teams gegeneinander Sitzvolleyball. Nach dem Spiel stand auch Diana Trapp für ein kurzes Interview zur Verfügung.

Wann mussten sie heute morgen aufstehen? – Ich musste um 6:00 Uhr aufstehen.

Was ist zurzeit ihr Lieblingslied? – Die Songs von CRO.

Für welchen Sport haben sie sich schon in der Grundschule interessiert? – Für Fußball.

Welcher Sportlicher Erlog war/ist für sie der wichtigste? – Der 5. Platz bei der EM 2012/2013. 

Welche große, sportliche Herausforderung steht bei ihnen als nächstes an?- Die nächste EM.

Welche Tipps geben sie Kindern, wenn es um Sport geht? – Spaß haben!

Was können Kinder besser als Erwachsene? – Neugierig sein, direkt fragen.

Welchen Satz hören sie gar nicht gerne? – Kann ich ihnen helfen?

Welchen Satz würden sie gerne öfter hören? – Das hast du gut gemacht.